Ballermann5Uhr30, Das Buch

Ballermann5Uhr30, Das Buch

Eine Fotoserie von Stefan Flach über die wegen Covid-19 geschlossene Amüsiermeile an der Playa de Palma auf Mallorca am frühen Morgen. Kommentiert und begleitet von den unterschiedlichsten Stimmen über die typische Art des Partytourismus. Mit einer Einleitung von André Engelhardt und einem Nachwort von Sacha Szabo.

21 x 21 cm, 37 Farbfotos und 4 SW Fotos sorgfältig gedruckt auf 104 Seiten feinstes Buchdruckpapier, zusammengehalten in einem stabilen Hardcover Einband. Printed in Germany. Herausgegeben im Weissmann Verlag.
ISBN 978-3-949168-00-0

Das Buch kann man gleich hier kaufen: weissmann-verlag.de


„Wie auf Mallorca der Name „Ballermann“, insbesondere der vom berüchtigten „Ballermann 6“, entstanden ist, darüber gibt es eine Reihe von Theorien. […] Möglicherweise rührt die Herkunft aber auch aus mehreren Ursprungsbiotopen her, die sich gegenseitig befruchtet haben. […]

Allgemein herrscht die Auffassung vor, dass die teutonische Zunge, noch dazu biergeschwängert, nicht in der Lage ist, das spanische Wort „Balneario“ korrekt und ohne Laller zu artikulieren. Der gemeine Hispano wiederum benutzt das Wort weichlippig für etwas so Edles wie einen „Kurort“, verhunzt es aber auch gerne, um damit einen schlichten Strandkiosk als solchen zu bezeichnen , wie er etwa in 15-facher Ausführung an der Playa de Palma zu finden ist. Von daher also die These: Trunkene Urlauber verballhornten das Wort Balneario zu Ballermann.

Es gibt jedoch eine Gegenthese, die auf den Karlsruher Gastronom Karlheinz Schmiedmeier zurückgeht. Dieser eröffnete im Jahre 1969 einen Imbiss im damaligen Rotlicht-Viertel seiner Heimatstadt und nannte das Etablissement „Ballermann“. Ballermann wohlgemerkt im Sinne eines Revolverhelden, der mit seinem Colt (ebenfalls Ballermann) wild um sich schießt, also herumballert. Die Idee entnahm Schmiedmeier, wie er gegenüber MM sagte, den alten Westernfilmen. So zierte anfangs ein wie im Comic gezeichneter Cowboy den ersten Imbiss. Als Clou kamen aus den beiden Revolvern, in jeder Hand einer, Würstchen hervorgeschossen. Bekannt wurde das Lokal in der Baden-Metropole für seine Curry-Wurst. In guten Zeiten gingen bis zu 10.000 der würzigen Fleischgerichte am Tag über den Tresen.

Schmiedmeier hatte in den Pioniertagen der Curry-Wurst zudem enge Geschäftskontakte an die Playa de Palma. An der ersten Strandbude, die von 1972 an zum berühmten „Sechser“ werden sollte, kopierte man das Konzept des Karlsruhers und übernahm neben der Geschäftsidee (Fast-Food-Verkauf bis spät in die Nacht) auch den Namen. Denn schließlich würde der neue Trend, der in Karlsruhe gut ankam, sicher auch bei deutschen Urlaubern an der Playa ziehen. So erzählte es zumindest Schmiedmeier, und so steht es selbst in Wikipedia.“

(Aus Mallorca Magazin 10/2016)